Schmerz messen

Schmerzen erkennen und messen

Nur wer beurteilen kann, wie stark der Schmerz ist, kann ihn adäquat behandeln lassen.

Tiere verarbeiten Schmerzen auf ähnliche Weise wie Menschen. Wie stark Schmerzen empfunden werden, hängt nicht nur vom auslösenden Reiz ab, sondern auch von zahlreichen Faktoren wie dem Alter oder Geschlecht, dem allgemeinen Gesundheitszustand oder der Umgebung. Schmerz ist also ein höchst subjektives, multidimensionales Erlebnis. Weil Tiere nicht davon erzählen können, muss dieses Erlebnis vom Tierarzt und vom Patientenbesitzer beurteilt werden.

Wie erkenne ich, dass mein Tier Schmerzen hat?

Jede Verhaltensänderung kann ein Anzeichen für Schmerzen sein. In der Tierarztpraxis zeigen die Patienten häufig weniger Schmerzsymptome als in gewohnter Umgebung, denn es ist ein natürlicher Schutzmechanismus, Schmerzen in Stresssituationen zu unterdrücken. Es ist also wichtig, dass der Tierarzt die Beobachtungen der Tierhalter in die eigene Bewertung einfließen lässt und gezielt nachfragt. Damit Tierhalter Schmerzen bei ihren Haustieren leichter erkennen können, hat ITIS Merkblätter entwickelt, die Sie unter Infomaterial kostenfrei herunterladen können:

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier Schmerzen haben könnte, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Wie stark sind die Schmerzen?

Sollen Schmerzen über einen längeren Zeitraum vom Besitzer dokumentiert werden, ist es sinnvoll, wenn er ein Schmerztagebuch führt. In der Praxis muss die Schmerzmessung durch den Tierarzt schnell gehen und einfach durchzuführen sein. Wichtig ist, dass immer derselbe Untersucher den Schmerz beurteilt.

  • Zuerst wird der Patient ohne Manipulation in Ruhe beobachtet.

  • Der Patient wird in Bewegung beurteilt.

  • Die schmerzhafte Region wird vorsichtig manipuliert und der Patient dabei beobachtet. Hierbei soll die Schmerzschwelle nur gerade eben erreicht werden! Dem Tier sollen keine unnötigen Schmerzen zugefügt werden, es soll nicht verängstigt werden.