Multimodale Therapie

Den Schmerz beim Schopf packen

Bei Osteoarthrose sollte sich die Therapie aus mehreren Bausteinen zusammensetzen.

Leider sind Osteoarthrosen nicht heilbar, da bestehende Schäden an Knorpel und Gelenken nicht repariert werden können. Dennoch sollten die chronisch kranken Tiere nicht ihrem Leid überlassen werden: Durch die Behandlung der Entzündung können Schmerzen gelindert werden. Ein kaputtes Kreuzband lässt sich chirurgisch flicken. Gezieltes Muskelaufbautraining macht steife Vierbeiner wieder beweglicher und wenn die Kilos übergewichtiger Tiere purzeln, atmen überlastete Gelenke auf. Entscheidend ist die Kombination mehrerer Therapieansätze, die auf unterschiedlichen Ebenen in das Schmerzgeschehen eingreifen, da eine rein medikamentelle Schmerzlinderung auf Dauer nicht erfolgsversprechend ist.

Multimodale Schmerztherapie

Die sogenannte multimodale Schmerztherapie hat das Ziel, mit möglichst geringen Nebenwirkungen die Lebensqualität der Vierbeiner zu maximieren. Im Vordergrund stehen dabei die Schmerzlinderung und der Erhalt der Beweglichkeit, des Weiteren soll einem weiteren Voranschreiten der Schäden an Knorpel und Knochen entgegengewirkt und verhindert werden, dass sich ein Schmerzgedächtnis ausbildet. Folgende Behandlungsansätze stehen zur Verfügung:

  • schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
  • Physiotherapie
  • operative Eingriffe
  • Gewichtskontrolle
  • Futterzusätze wie zum Beispiel Knorpelschutzpräparate
  • Komplementätmedizin: z. B. Homöopathie, Akupunktur, Stoßwellentherapie, Lasertherapie

Da es bisher noch nicht sehr viele Studien gibt, die Wirkung und Erfolg der einzelnen Behandlungsformen eingehend untersuchen, besteht hier noch wissenschaftlicher Nachholbedarf.

Ein Leben lang

Grundsätzlich darf das Therapiekonzept immer erst nach der klinischen Diagnostik erstellt werden und muss individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sein. Dabei ist teilweise ein langer Atem gefragt, da die Therapie ein Leben lang durchgehalten werden muss und immer wieder mit akuten, schmerzhaften Schüben zu rechnen ist. Doch die Mühe lohnt sich: Bei konsequenter Behandlung, die regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert wird, können selbst Patienten mit massiven Befunden im Röntgenbild ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.